Fisser Blochziehen

Geschrieben von der Familie Pregenzer zum Thema News & Events

Alle vier Jahre wird in Fiss das traditionelle Blochziehen aufgeführt – einer der berühmtesten Fasnachtsbräuche im Alpenraum. Es ist ein Rest der Frühjahrs- und Fruchtbarkeitsfeste unserer vorchristlichen Ahnen und bietet ein begeisterndes Schauspiel nach überlieferten Ritualen, dessen Freiluftbühne der Dorfkern von Fiss im Tiroler Oberland ist.

Seinen Namen verdankt der Brauch dem Bloch, einem 35 Meter langen Zirbenstamm. Er repräsentiert einen Pflug, der die Felder für die Aussaat aufbricht und damit den Frühlingsanfang einläutet. Beim Festtagsumzug wird der Bloch auf einem geschmückten Holzschlitten von den Bärentreibern (Symbol der Naturbändiger), den Mohrelen, sowie den Bauern und Handwerkern durch das Dorf gezogen.

Für heitere Stimmung sorgt der Schwoaftuifl (Schweifteufel) der versucht den Blochzug zu stoppen. Er tanzt verrückt um den Bloch herum und zieht mit einem Seil an dem Bloch entgegen der Fahrtrichtung. Unterstützung erhält er von seinen Hexen mit ihrem wilden Geschrei und fuchtelnden Besen.

Es ist ein faszinierendes Spiel der Farben und Masken, ein uriger Ausdruck der jahrhundertealten Auseinandersetzung mit den gewaltigen Kräften der Natur im Jahresablauf und ihre Auswirkungen auf das harte Leben der bäuerlichen Bevölkerung in den Tiroler Alpen.

Am Festplatz im Ortszentrum endet der Umzug. Dort wird unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Bloch an den Meistbietenden versteigert. Pünktlich um 18.00 Uhr, zum läuten der Kirchenglocke, müssen die Larven abgenommen werden.

2011 wurde das Fisser Blochziehen in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich aufgenommen.

Wann?
Sonntag, 26. Jänner ab 12.30 Uhr
Wo?
Dorfkern von Fiss

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